Positionspapier des BDKJ zu Jugendverbandsarbeit in 2030

09.04.2022 |

Der BDKJ Freiburg beschreibt Jugendverbände als demokratische, engagierte, innovative und vielfältige Kirche und formuliert Bedingungen für ihre starke Rolle in der Kirchenentwicklung 2030.

Jugendverbandsarbeit 2030

Jugendverbände leisten in der Erzdiözese Freiburg einen wertvollen Beitrag zur Vielfalt und gesellschaftlichen Anschlussfähigkeit unserer Kirche – und das über die Gruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen hinaus. Die jugendverbandlichen Erfahrungen vieler Engagierter sind eine wertvolle Ressource, die in lebendigen Gemeindestrukturen genutzt werden können. In den Jugendverbänden finden aber auch Menschen Orte der Heimat, die sie in ihren gemeindlichen Strukturen nicht (mehr) erleben.
Damit die Jugendverbände diesen Beitrag im Prozess Kirchenentwicklung 2030 und darüber hinaus leisten können, braucht es eine positive Verortung der Rolle der Jugendverbände in den Strukturen der Erzdiözese.
Dazu stellen wir fest:
  • Jugendverbände sind Kirche.
    Als solche sind wir auf allen Ebenen lebendiger Teil der Gemeinschaft aller Gläubigen in der Erzdiözese Freiburg. Ob vor Ort, entweder als eine mögliche Teilgemeinde/Pfarreibezirk oder als Gruppierung innerhalb einer Pfarrei neu, ob auf übergreifenden Ebenen als Zusammenschluss in Bezirken oder Kooperationen/Teams oder auf Diözesanebene als Vertretung von Kindern und Jugendlichen auf oberster Ebene.
  • Jugendverbände sind demokratisch Kirche.
    In unseren Strukturen zeigen wir, dass Demokratie ein unverzichtbarer Teil von Kirche ist. Bei uns wird deutlich, dass auch Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Kirche durch ihre Ideen und Visionen mitgestalten wollen und selbst Verantwortung übernehmen können.
  • Jugendverbände sind engagiert Kirche.
    Wir ermöglichen Kindern und Jugendlichen durch ihren Glauben auch ihr politisches und gesellschaftliches Engagement zu entwickeln. Sie tragen dadurch kirchliche Aktivitäten und Strukturen mit.
  • Jugendverbände sind innovativ Kirche.
    Wir brechen in Projekten, Prozessen und mit Aktionen bekannte Strukturen und Muster auf und entwickeln so unsere Arbeit, unseren Glauben und unsere Kirche nachhaltig weiter. Dabei bieten wir offene Räume zum Ausprobieren und Experimentieren und leben eine produktive Fehlerkultur.
  • Jugendverbände sind vielfältig Kirche.
    Wir spiegeln die Diversität der Gesellschaft wider und öffnen allen Menschen Räume, sich in unseren Strukturen zu beteiligen.
Als demokratische, engagierte, innovative und vielfältige Kirche können und wollen die Jugendverbände einen Beitrag dazu leisten, dass die Erzdiözese Freiburg auch im Jahr 2030 noch Orte bereitstellt, an denen junge Menschen gut leben können.
Damit das gelingen kann fordern wir:
  • Jugendverbandsgruppen, die in ihrer demokratischen Verfasstheit auf allen Ebenen als lebendiger Teil von Kirche gestärkt werden.
  • Eine Amtskirche, die Verbandsstrukturen bei ihren Entscheidungen berücksichtigt (räumlich, verwaltungstechnisch, finanziell, personell, …).
  • Jugendverbandler*innen müssen als wichtige und zukunftsfähige Stimme junger Menschen wahrgenommen und wertgeschätzt werden (hinhören, einladen, beteiligen anstatt fordern und abhängen).
  • Gemeinsame Strukturen, die auch vereinsrechtliche Institutionen fördern.
  • Eine Struktur, die Machtmissbrauch und Grenzüberschreitungen verhindert und insbesondere auf besonders schutzbedürftige Menschen wie Kinder und Jugendliche achtet.
  • Hauptamtliches Personal, das die Jugendverbandsarbeit subsidiär unterstützt und entsprechend ausgebildet wird.
  • Einen echten Dialog zu kontroversen Lehrmeinungen (z. B. Pflichtzölibat, Frauenweihe, Gleichberechtigung und Anerkennung aller Menschen).
  • Einen echten Willen zur Weiterentwicklung von Kirche, der nicht vor formalen Hürden Halt macht.
Das Positionspapier wird veröffentlicht und gezielt kommuniziert. Die Inhalte des Papiers sind Grundlage für die weitere Arbeit des BDKJ im Prozess Kirchenentwicklung 2030.